Zukunftstrend Voice-Recruiting – In 2 Minuten zum Job?! Ein Interview mit Talk'n'Job

Eine junge Frau zückt ihr Smartphone

Aktuell sind voice-aktivierte Devices überall auf dem Vormarsch: Sprachnachrichten in Messengern boomen, Voice-Shopping erlebt spätestens seit dem Siegeszug von Alexa und co. ein exponentielles Wachstum und nun auch noch der ehemals ungeliebteste, bürokratischste und komplizierteste Prozess der Candidate Journey: Bewerbung einreichen.

Personalbeschaffung mit und durch sprachgeführte Assistenten ist längst keine Zukunftsmusik mehr – und verspricht Zeitersparnis, eine erhöhte Conversionrate und das Erschließen von völlig neuen, nicht nur schreibfaulen ;o), Zielgruppen. Just in dieser Woche ist Talk’n’Job von ApplyZ für zwei angesehene Personaler-Awards nominiert – Zeit, diese Firma und ihr Produkt besser kennen zu lernen und euch vorzustellen:

hr-tomorrow: Lieber Markus, kannst du dich und deine Firma in fünf Sätzen kurz vorstellen?

Markus Krampe (Talk’n’Job): Bei Talk’n’Job von ApplyZ handelt es sich um eine sprachgeführte Chat-Bewerbung über Handy inkl. Profilierung. Wir haben die Lösung Ende 2019 gelauncht und konnten das Konzept schnell mit ersten Kunden und Pilotenerfolgreich testen (z.B. REWE, B.Braun, Kik). Aktuell unterstützt die Lösung vor allem bei der Beschaffung von Blue Collar (z.B. Lager, Service, Logistik, etc.), aber auch Praktikanten und Azubis. Der direkte Benefit von Talk’n’Job ist folglich, mehr Bewerber kostengünstig zu generieren und diese effizienter in den Bewerbungsprozess zu übergeben.
Konkret bedeutet dies, dass der Interessent eine Anzeige auf seinem Handy
liest und innerhalb von 2 Minuten seine Bewerbung mit den wichtigsten
Angaben eingesprochen hat. Zeitgleich erhält der Recruiter eine Mail mit den Einzelheiten und kann sich diese ausführlicher im System betrachten.

Den Job zu machen ist schwer genug, also sollte zumindest das Bewerben einfach sein.

hr-tomorrow: So Markus, kennengelernt haben wir uns vor Jahren in einem Headhunter Kontext, da warst du schon recht innovativ unterwegs und nun VoiceApplying. Kannst du uns kurz einmal dazu abholen, wie es zu so einer Idee kam?
Markus: Die Idee ist marktgetrieben. Wir kamen aus der KI-basierten Matching- und Analysetechnologie mit einem Fokus auf Fachkräfte. Im Prinzip ein erklärungsbedürftiges B2B-Produkt im HR. Nichts was, zumindest in Deutschland, für einen schnellen Erfolg spricht. Da wir aber in der Lage waren Sprache als Eingabemedium zu nutzen, lag es eigentlich auf der Hand, das Produkt stark zu vereinfachen, die Spracheingabe als führendes Medium vorzuschalten und somit eine Lösung anzubieten, die vor allem höchste Convenience für den Kandidaten bietet und damit auch die Bewerbungsbarrieren signifikant senkt. So wurde aus einer B2B Lösung, ein B2C Produkt. Durch die aktuelle Ausrichtung des Produkts war dann natürlich auch die Zielgruppe der einfachen, multiplizierbaren Berufsbilder bzw. Azubis vorgegeben.

hr-tomorrow: Auch wenn jetzt alle eine Alexa zu Hause haben und VoiceShopping sich immer weiter etabliert: Hand aufs Herz: wie finden Bewerbende diese Technologie?
Markus: Hier ist das Statement eindeutig; sie nutzen es. Unsere Conversions, also der Anteil derer die den Chat begonnen und den Prozess abschlossen haben, liegen aktuell je nach Kanal bei 30% – 90%. Ein Wert der eigentlich nicht überraschen kann, da gerade die Zielgruppe der Blue Collar und Azubis zum einen extrem affin beim Thema Sprachnachrichten bzw. Sprach Apps ist. Zum anderen ist gerade diese Gruppe auch nicht mehr bereit, den herkömmlichen Methoden nachzukommen. Dort zählt: Convenience first.

hr-tomorrow: Meist sind die Zielgruppen deutlich weiter als die Unternehmen. Was sagen die denn dazu?
Markus: Auch da mag man es kaum glauben, aber der Vertrieb für Talk’n’Job macht uns richtig Spaß. Vor allem weil die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen die Lösung einfach cool findet. Und jeder sieht den großen Nutzen in der Zielgruppe.

hr-tomorrow: Wie sieht das denn im Prozess aus – eine Voice Application kann ich ja nicht durchsuchen oder leicht weiterleiten?
Markus: Der Prozess folgt im Grunde den unternehmensinternen Prozessen. Dabei müssen wir aber zwischen den Unternehmen mit und denen ohne Bewerbermanagement unterscheiden. Große Unternehmen integrieren die Lösung in ihr ATS und bleiben somit bei ihren bestehenden Prozessen, mit allen bestehenden Vor- und Nachteilen. Allen anderen bieten wir eine Standardverwaltung. Bei einer Bewerbung passieren erst einmal zwei Dinge in Echtzeit. Der Recruiter erhält eine Mail mit dem kompletten Chat und den Kontaktdaten, um direkt mit dem Kandidaten in Kontakt zu treten. Ein Faktor, der bei der speziellen Zielgruppe nicht zu unterschätzen ist. Wer es gerne strukturierter hat, kann sich alle Profile im System, oder auf Excel-Download betrachten. Durch die strukturierte und übersichtliche Darstellung der Profile ist man in der Lage ein schnelles und effizientes Pre-Screening durchzuführen.

hr-tomorrow: Natürlich kommen auch noch ein paar Standard Fragen: Wie sieht es mit AGG und DSGVO aus?
Markus: Mit dem AGG haben wir überhaupt kein Thema, auch wenn wir schon die Anfrage hatten aufgrund von Genderneutralität den Avatar ganz auszublenden. Ansonsten halten wir uns, alleine schon aus Eigennutzen, vollständig an alle Vorgaben. Wir können uns daher schon sicher sein, da diese bereits von vielen Rechtsabteilungen großer Unternehmen geprüft wurden.

hr-tomorrow: Hattet ihr schon Themen mit Betriebsräten?
Markus: Noch nicht. Aber wohl hauptsächlich daher weil die Unternehmen sich an ihre internen Vereinbarung halten. Denn obwohl in manchen Bereichen tatsächlich kein Lebenslauf mehr notwendig wäre, wird dieser aufgrund dieser internen Vorgaben angeregt.

Vielen Dank für das Interview, Markus!

Markus Krampe und Philipp Mommsen
Markus Krampe und Philipp Mommsen haben gut Lachen – die Zahlen sprechen für sich.

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