Chatbot vereinbart Probefahrt und zukünftig Telefoninterviews?

Probefahrt mit Chatbot vereinbart

Gemeinsam mit der Werbeagentur MRM McCann hat Opel im vergangenen Jahr den Chatbot Chad entwickelt, der auf dem bekannten Facebook Messenger läuft. Der Bot kann per Facebook Code oder Link erreicht werden, die Kunden auf Werbeanzeigen finden. Über den Bot können Kunden Termine für eine Probefahrt auch außerhalb der Öffnungzeiten buchen. Zu können sie nicht nur den Ort und den Termin frei wählen, sondern darüber hinaus aus der Modellpalette das Fahrzeug bestimmen. Ein sehr einfacher aber vor allem nützlicher Case.

Lassen Sie uns dies einmal auf den Recruiting Fall übertragen und wirklich in der Art denken, dass die Probefahrt, ein Interview mit dem Fachbereich und/ oder einem Recruiter ist. Die Stellenanzeige ist das Eintrittstor für eine Baureihe und das Finetunig erfolgt dann über die Wahl der Ausstattung, welche im Opel Case erst im Nachgang erfolgen würde. Stellen Sie sich also einen Chatbot je Stellenanzeige vor, der die Bewerber direkt abholt, ein bis drei Fragen stellt und dann bei nicht passender Antwort auf andere Baureihen verweist, die ggf. der Antwortkombination eher entsprechen würden.
Wir hätten damit tatsächlich je Stellenanzeige einen eigenen Bot. Das klingt erstmal sehr aufwendig und groß, ist aber letztlich, wenn man sich bestehende Technologien ansieht, überhaupt kein Hexenwerk mehr. Bereits heute habe ich Bewerbermanagementsysteme (BMS), die es mir erlauben mehrere Fragen je Anzeigen zu definieren. Würden diese in einem Chatbot verarbeitet werden, wären wir der Job-Bot-Anzeige ein gutes Stück näher. Nun kann man heute bereits BMS haben, die Kalender Integrationen besitzen, so dass der Bot tatsächlich auch die Fähigkeit besitzen könnte, Gespräche zu vereinbaren.
Natürlich muss das Know How in die gestellten Fragen fließen, sonst könnte man den Screening der Unterlagen Schritt nicht derart überspringen. Aber stellen Sie sich einfach vor, wie vereinehmend Anzeigen sind, die beginnen, mit Ihnen zu sprechen. Die Sie in den Prozess holen und gegebenenfalls auch noch an die richtige Stelle lotsen. Sie bringen den Prozess direkt zum potentiellen Bewerber und der hat sich quasi „light“ beworben, noch bevor er/ sie es „richtig gemerkt“ hat.

Wir neigen dazu, in alten Bahnen zu denken, obwohl die Umgebung schon längst völlig andere Denkweisen unterstützen könnte. Unser denken ist noch sehr statisch – gerade im Bezug auf Stellenanzeigen. Wir doktoren an Bildern, Formulierungen und Aufbau herum, anstelle das ganze Thema einmal auf den Kopf zu stellen. Mit Einführung von Google Jobs wird gerade im Bezug auf die Stellenanzeige sich extrem viel ändern, was vermutlich uns genau in dem statischen Denken beschneiden wird.

Lassen Sie uns gemeinsam neu denken!

Autor: Robindro Ullah

Blogger, Berater und Buchautor

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